Lernen durch Engagement (LDE)

Im August 2017 starteten die NORDMETALL-Stiftung und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein das Projekt Lernen durch Engagement. „Lernen durch Engagement (Service-Learning)“ ist eine Lehr- und Lernform, die gesellschaftliches Engagement (Service) von Schülerinnen und Schülern mit fachlichem Lernen (Learning) im Unterricht verbindet. Anhand von Unterrichtsthemen (z.B. in den Fächern Weltkunde, Wirtschaft/Politik, Biologie) und entlang eines zuvor recherchierten Bedarfs entwickeln Schülerinnen und Schüler eigene Engagement-Projekte (z.B. im sozialen, politischen, ökologischen oder kulturellen Bereich) und setzen diese in ihrem Stadtteil oder ihrer Gemeinde um. Begleitet werden sie dabei von ihrem Fachlehrer/ihrer Fachlehrerin, der/die mit ihnen die Projektplanung und -umsetzung laufend reflektiert. Dass Lernen durch Engagement Projekte einen nachhaltigen Erfolg haben, sehen wir in der positiven Entfaltung ausbildungsrelevanter Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler. Durch die ihnen übertragene Verantwortung erfahren sie ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit und Motivation. Die gemachten Erfahrungen in der gesamten Projektphase führen zu einer Stärkung des Selbstbewusstseins. Für die engagierten Schülerinnen und Schüler ist es von großer Bedeutung, dass sie selbst in der „echten Welt“ außerhalb der Schulmauern etwas bewegen können. Der Inklusionsgedanke lässt sich mithilfe von Lernen durch Engagement Projekten optimal umsetzen, denn in dieser Art von Unterrichtsgestaltung findet jedes Individuum, entsprechend seiner Stärken, seine Nische, um etwas zum Gelingen des gemeinsamen Projekts beizutragen.

 

Die Qualitätsstandards von Lernen durch Engagement (Service-Learning) werden auf der Basis von international anerkannten Qualitätsstandards entwickelt und umgesetzt. Die Standards wurden vom National Youth Leadership Council (NYLC) erarbeitet, einem Netzwerk, das federführend für die Verbreitung von Service-Learning ist. Die Standards bestehen im Original aus acht Punkten: Meaningful Service, Reflection, Youth Voice, Progess Monitoring, Link to Curriculum, Diversity, Partnerships, Duration and Intensitiy.

 

Das bundesdeutsche Netzwerk Lernen durch Engagement der Stiftung Lernen durch Engagement (vorher Freudenberg Stiftung) konzentriert sich auf die folgenden

sechs Qualitätsstandards:

 

Realer Bedarf

Die Schüler*innen können eine sinnvolle und nützliche Aufgabe übernehmen. Das Engagement reagiert also auf einen realen Bedarf oder ein reales Problem in näheren oder weiteren Umfeld.

 

Curriculare Anbindung

Das Projekt ist Teil des (regulären) Unterrichts und wird bewusst mit Unterrichtsinhalten verknüpft (inhaltliche curriculare Anbindung).

 

Partizipation der Schüler*innen

Die Schüler*innen werden in die Auswahl und Planung ihres Engagements aktiv einbezogen und setzen das Projekt möglichst selbstständig um.

 

Außerschulischer Lernort

Das Projekt findet außerhalb der Schule statt und wird mit außerschulischen Kooperationspartner*innen realisiert.

 

Reflexion

Die Schüler*innen reflektieren ihre Erfahrungen und Lernfortschritte regelmäßig

und geplant. Die Reflexion findet auf vier verschiedenen Reflexionsebenen statt:

  • Reflexion über sich selbst: eigene Fähigkeiten, Haltungen und Entwicklungen verstehen
  • Reflexion über den gesellschaftlichen Kontext des Engagements: die eigene Rolle in der Gesellschaft wahrnehmen, Erfahrungen im größeren Kontext betrachten, eigenen Werte beleuchten
  • Reflexion über den Projektverlauf: Probleme lösen, Erfolge sichtbar machen
  • Reflexion über den Zusammenhang von Lernen und Engagement: Wissen und Kompetenzen anwenden, Sinn des schulischen Lernens verstehen, Erfahrung für das Lernen nutzen

 

Anerkennung und Abschluss

Das Engagement und die Leistungen der Schüler*innen werden durch Feedback im gesamten Prozess und bei einem anerkennenden Abschluss gewürdigt.

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