Martin Wolke

Bildhauer

 

Martin Wolke wurde 1971 in München geboren und lebt zur Zeit in Kiel. Nach dem Besuch der Odenwaldschule und dem Zivildienst studierte er von 1993 bis 1999 bei Jan Koblasa an der Muthesiushochschule in Kiel Bildhauerei.

 

Im Jahr 2000 erhielt er ein Arbeitsstipendium in Eckernförde, einen Lehrauftrag an der Christian-Albrechts-Universität Kiel und ein weiteres Arbeitsstipendium in Lauenburg. 2003 bekam er einen Lehrauftrag an der Muthesiushochschule in Kiel, wo er von 2004 bis 2006 die Bildhauerwerkstatt leitete. (Quelle: Wikipedia.de)

 

Kunstwerk an der Schule

 

2009 Dämmerstunde

 

Der Künstler über sein Werk:
Aus dem Pflaster des Innenhofes erhebt sich ein riesiger Kopf. Auf dem Schädeldach liegen die Pflastersteine, die er mit dem Durchbruch angehoben hat. Aus dieser Ebene wächst ein zweiter, ein dritter und ein vierter Kopf, jeweils aus dem angehobenen Pflaster des vorigen. Die Köpfe werden kleiner, durch die Abstufung entsteht ein sich nach oben verjüngender Turm. An dessen Spitze sitzt ein Vogel auf einem Frosch, der wiederum auf einem letzten Pflasterstein, der von einem aufsteigendem Fisch getragen wird, sitzt. Dieser steigt aus dem letzten Kopf auf, welcher eine Taucherbrille mit Schnorchel trägt. Die Köpfe sind bis zum Taucher in einem meditativen Blau gehalten. Dessen Haare, Fisch, Frosch und Vogel strahlen in leuchtenden Farben. So entsteht der Eindruck von Sonnenlicht, das die Spitze streift und den unteren Teil nicht erreicht hat. Auf den unteren Gesichtern sind lediglich einige sanfte Reflexe des einfallenden Sonnenlichtes zu bemerken.

 

Es entsteht der Eindruck von Dämmerung. Der Farbverlauf unterstützt die aufsteigende Bewegung in den offenen Himmel. Inhaltlich nimmt der Entwurf bezug auf die architektonische Funktion des Lichthofes und verändert dessen karge Nüchternheit in einen lebendigen Bühnenraum, der mit angedeutetem Untergrund fortbesteht.

 

Die Skulptur fordert mittels narrativer Fährten den Betrachter auf, das Motiv sowie die angelegte Poesie zu entschlüs seln. Auf eine abschließende erklärende Lösung wird bewusst verzichtet, um die Phantasie anzuregen und Kommunikation aufzubauen. Durch die formale wie inhaltliche Rätselhaftigkeit wird zur Diskussion aufgefordert und eine Kommunikationsgrundlage geschaffen.

 

In Bezug auf die Schullaufbahn, deren Ziel der Abschluss ist, lassen sich hier weiterführende Gedanken wecken. Der Klassenwechsel als Durchbruch, Abschluss als Aufbruch, Leben lernen, weiter lernen. Die Skulptur soll als Anregung fungieren, die Sinne und Nachdenklichkeit fördern, mit demZiel, den wohl doch manchmal etwas routinehaften Schulalltag zu beleben.

 

Zentrales Motiv ist der Gedanke an sich, der aus einem anderen wächst und in einen weiteren übergeht und so das Denken fortbestehen lässt. Die Skulptur ist als Dank an das Denken zu verstehen. Auch als Allegorie unserer Kultur, die es ermöglicht, den Gedanken fortzuführen, um unsere Kultur weiter zu entwickeln. Der unsichtbare und zu entdeckende Teil der Skulptur befindet sich im Erdreich, stellvertretend für Herkunft und Tradition, im immerwährenden Aufbruch.

 

Der Titel „Dämmerstunde“ bezieht sich auch auf die Ankündigung einer Veränderung. Die Augen der Gesichter befinden sich in unterschiedlichen Öffnungsstadien, in der Morgendämmerung mit voranschreitendem Bewusstsein und in der Abenddämmerung mit abnehmendem Bewusstsein. Der Satz „Es dämmert mir“ ist ein Sinnbild für das Verstehen. Die Skulptur „Dämmerstunde“ ist ein Sinnbild für den Wunsch, das Verstehen zu erlernen.

 

(Quelle: www.martinwolke.de)

 

Dämmerstunde / GFK, Pflastersteine / 3,0 x 1,5 m / Martin Wolke 2009

 

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